Schmucklexikon

Das kleine Schmucklexikon

 

An dieser Stelle entsteht nach und nach ein kleines Nachschlagewerk rund um das Thema Schmuck und Edelsteine. So umfangreich wie ein klassisches Nachschlagewerk können und wollen wir allerdings nicht sein, denn davon gibt es bereits jede Menge hervorragende Werke. Vielmehr möchten wir hier Amüsantes, Interessantes aber auch Nützliches zum Thema Schmuck und Edelsteine zusammengetragen.

Wir geben Ihnen einen Überblick über die bekanntesten Edelsteine und Metalle, ihre Geschichte, Herkunft, Verarbeitung und Pflege. Wir werden aber auch über ausgefallene Schmuckstücke, dreiste Juwelendiebe oder glamouröse Trägerinnen berichten.

Wir fangen klein an –aber mit der Zeit und hoffentlich auch mit Ihrer Hilfe, liebe Leserin, lieber Leser wird unser ‚Lexikönchen’ wachsen und gedeihen. Sollten Sie selbst also noch wichtige Informationen haben, die Sie hier vermissen, freuen wir uns über Ihre Anregungen und Ideen. Schreiben Sie uns eine Email mit dem Stichwort ‚Schmucklexikon trinity24’ an service@trinity24.de . Bitte haben Sie auch Verständnis, dass wir nicht jeden Beitrag berücksichtigen bzw. veröffentlichen werden. Wir werden Ihnen aber auf jeden Fall eine Rückmeldung geben, wenn Sie uns einen Beitrag oder einen Kommentar schicken.

Wir freuen uns auf Ihre Post und fangen jetzt einfach schon mal an!

 

Index

 

- Edle Steine - Aussehen, Wert, Vorkommen

- Hart wie ein Diamant - Die Beschaffenheit der Edelsteine

- Welcher Stein passt zu mir? - Monatssteine, Tierkreissteine usw.

 

Edle Steine

 

Die Lehre von den Edelsteinen und Schmucksteinen bezeichnet man als Gemmologie. Zu der ‚Gattung’ der Edelsteine gehören laut ‚CIBJO’ (Internationale Vereinigung Schmuck, Silberwaren, Diamanten, Perlen und Steine) Mineralien und Gesteine aber auch bestimmte Fossilien sowie organische Stoffe wie Bernstein, Perlen und Korallen. Allen ist gemein, dass Sie vom Betrachter als ‚edel’ und ‚schön’ empfunden werden.

Der objektive Wert eines Edelsteins wird im Wesentlichen gemessen an der Seltenheit seines Vorkommens, seines Härtegrades, seiner Transparenz, seiner Größe und seiner Farbe. Aber natürlich liegt der subjektive Wert eines Schmuckstückes immer im Auge des Betrachters! Ein von der Lieblingstante geerbter, zarter Goldring mit einem schlichten Schmuckstein hat für die Besitzerin häufig einen viel höheren emotionalen Wert als sein tatsächlicher Sachwert.


Der Wert der Steine

- Lob, ebenso wie Gold und Diamanten, hat Wert nur durch seine Seltenheit -
- Samuel Johnson, The Rambler -

Farbige Edelsteine wie auch Diamanten gelten schon seit Jahrhunderten als sichere Wertanlage. Gründe dafür gibt es viele. Zunächst einmal sind Edelsteine aus einer ‚Laune’ der Natur entstanden, sie sind selten und meistens hat man jede Menge Arbeit bevor man einen Edelstein in der Hand oder besser noch am Finger hat.

Die vier Cs – Colour, Cut, Clarity, Carat

Wenn Sie sich für Edelsteine interessieren, haben Sie wahrscheinlich schon von den sogenannten vier Cs gehört. Die vier Cs tauchen meist im Zusammenhang mit dem Echtheitszertifikat von Diamanten auf – aber auch bei farbigen Edelsteinen haben sie ihre Gültigkeit. Die vier Cs definieren die Echtheit und den Marktwert eines Edelsteins und sie stehen für: 

- Colour (Farbe des Steins)
- Cut (Schliff des Steins)
- Clarity (Reinheit des Steins) und
- Carat weight (Karatgewicht)

Die Farbe (colour)

Die Farbgebung ist das wichtigste Kriterium um den Wert eines farbigen Edelsteines zu bewerten – wichtiger noch als (Karat)Gewicht, Reinheit oder Schliff! Je seltener und intensiver die Farbe eines Edelsteines ist, desto höher sein Wert. Allerdings sind auch die Farben von Edelsteinen modischen Trends ausgeliefert – daher können bestimmte Edelsteine mal etwas mehr und mal etwas weniger begehrt/wertvoll sein.

Bei den meisten Edelsteinen verursachen Fremdsubstanzen die Farbe des Steins.
Bei farbigen Edelsteinen unterscheidet man zwei Färbungsarten. Die idiochromatische (eigenfarbig) und die allochromatische (fremdgefärbt) Farbigkeit. Bei den idiochromatisch gefärbten Steinen ist ein bestimmtes färbendes Element (z.B. Eisen oder Kupfer) für die Farbigkeit des Steins verantwortlich. Bei allochromatisch gefärbten Steinen sind Elemente für die Farbgebung verantwortlich, die nicht Bestandteil der Kristallstruktur des Steines sind, sondern durch einen Fehler oder Defekt in die Kristallstruktur gelangt sind. Die meisten Edelsteine sind übrigens ‚fremdgefärbt’ und sind in chemisch reinem Zustand farblos. Sie erhalten ihre Farbe erst durch Verunreinigungen; so verdanken z.B. der Rubin und der blaue Saphir ihre Farben geringen Mengen von Chrom bzw. Titan und Eisen.

Da sieht man einmal mehr, das ‚Perfektion’ alleine nicht unbedingt gleichzusetzen ist mit Schönheit – oft ist es eben eine kleine ‚Irregularität’, die einen Gegenstand (oder auch ein Lebewesen) erst so richtig schön macht.

Nur wenige Minerale und Edelsteine kommen in nur einer einzigen Farbvariante vor, die meisten Edelsteine gibt es aufgrund der in ihnen enthaltenen Spurenelemente in den unterschiedlichsten Farben. Die häufigsten für die Farbgebung verantwortlichen Spurenelemente sind: Chrom, Eisen, Kupfer, Nickel, Vanadium, Kobalt und Mangan. Farblose Edelsteine wie z.B. reine Diamanten weisen diese Spurenelemente nicht auf, sie präsentieren sich in ihrer Eigenfarbe. Das sie durchdringende Licht wird nicht absorbiert. Die hier abgebildete Übersicht von Edelsteinen zeigt immer nur eine Farbvariante! Die meisten Edelsteine gibt es in unendlich vielen Farbschattierungen oder sogar in ganz unterschiedlichen Farben (z.B. Jade oder auch der Diamant).
 

Übersicht handelsüblicher Edelsteine

 

Der Schliff (cut)

Im 15. Jahrhundert wurde der Facettenschliff, wie wir ihn auch heute noch kennen entwickelt. Vorher wurden Edelsteine meist nur poliert um so ihren Glanz und/oder ihre Transparenz zu erhöhen. Der Facettenschliff ermöglichte es erstmalig Edelsteine so in Form zu bringen, das ihre Schönheit und ihre Brillanz optimal in Szene gesetzt werden konnte. Der Facettenschliff wird in mehreren Arbeitsschritten vollzogen:

- Vorschleifen (Ebauchieren) – dabei wird der Edelstein in die gewünschte Form und Größe gebracht
- Facettieren – dabei wird dem Stein eine geometrische Form gegeben
- Polieren – dabei wird der geschliffene Edlestein poliert um den maximalen Glanz zu erreichen

Durch die Kunst des Facettenschlriffs kann auch der Eindruck der Farbintensität noch erheblich verbessert werden.

Stil, Schliff und Form hängen immer von der Art, der Form und der Qualität des Rohedelsteins ab. Der Schliff eines Edelsteins beeinflußt seinen Gesamtwert, bestimmt seine Farbintensität und sein Gewicht. Bei jedem Edelstein versucht der Schleifer, den besten Kompromiss zwischen Erscheinungsbild und Größe zu finden.

Die endgültige Form eines geschliffenen Edelsteins bestimmt sein Erscheinungsbild, hat jedoch keinen Einfluss auf seinen Wert (dies gilt natürlich nur, wenn der der Schliff professionell und handwerklich einwandfrei durchgeführt wurde). Da die meisten Rohedelsteine rund bis oval sind erhalten die meisten farbigen Edelsteine einen runden bzw. ovalen Schliff.

Der Facettenschliff bei Diamanten
Diamanten werden nach ihrer Brillianz, ihrem Feuer beurteilt. Der Rohdiamant sieht nicht besonders spektakulär aus, erst durch den Schliff bekommt er seine Einmaligkeit und Schönheit. Viel ist über die Proportionen des „idealen“ Schliffs von Diamanten und die Einhaltung bestimmter Vorgaben geschrieben worden. Wenn ein runder Diamant 57 Facetten aufweist, so spricht man von einem Brilliantschliff. Der Brilliantschliff verleiht dem Diamanten sein einzigartiges Funkeln. Die 57 Facetten, die ein Brilliant besitzt werden in bestimmten Winkeln zueinander geschliffen. Dadurch soll ein Höchstmaß an Lichtreflexion erzielt werden. Ist der Schliff unsauber, geht dem Brilliant sein Feuer verloren, er verliert an Wert. Abgesehen vom Schliff ist die Brillanz eines Diamanten auch von seiner Farbe, seiner Transparenz und Reinheit und seiner Fluoreszenz abhängig. Je perfekter die Brillanz, die Reinheit und der Schliff, desto höher der Preis.
 

Übersicht bekannter Facettenschliffe

 

 

Die Reinheit (clarity)

Die absolute Reinheit eines Edelsteines bedeutet, dass er frei von Einschlüssen ist. Edelsteine variieren von total undurchsichtig (opak) bis hin zu absoluter Transparenz. Sie können Fremdbestandteile aufweisen (fremde Kristalle, Gase oder Flüssigkeiten). Einschlüsse können sogar kennzeichnend und typisch für eine Mineralart bzw. deren Echtheit sein oder sie kennzeichnen einen bestimmten Fundort und sind damit sogar wertsteigernd (z.B. "Horsetail"-Einschlüsse in russischem Demantoid).

Die Vergrößerungsfähigkeit (10 bis 40-fach) unter einem Mikroskop und die Sichtbarkeit von Einschlüssen mit bloßem Auge spielen eine wesentliche Rolle bei der Definition der Reinheit eines Edelsteines.


Für die Reinheit von Diamanten hat das amerikanische Insititu für Gemmologie (GIA) folgende, international gültige Kriterien erstellt:

Flawless (FL) = Lupenrein. Bei 10-facher Vergrößerung keine Einschlüsse
Internally Flawless (IF) = Innen lupenrein. 10-facher Vergrößerung keine Einschlüsse nur geringfügige kleinere Oberflächenfehler.
Very Very Slightly Included (VVS1 + VVS2) = sehr, sehr kleine Einschlüsse, die bei 10-facher Vergrößerung schwer zu erkennen sind.
Very Slightly Included (VS1 + VS2) = sehr kleine Einschlüsse, sichtbar bei 10-facher Vergrößerung.
Slightly Included (SI1, SI2) =kleine Einschlüsse, sichtbar bei 10-facher Vergrößerung
Included - (I1, I2 + I3)= Einschlüsse, die bei 10-facher Vergrößerung deutlich zu erkennen sind.
Piqué - (PK) = deutliche Einschlüsse, die mit bloßem Auge zu erkennen sind.

 

Das Karatgewicht (carat)

Das Gewicht eines Edelsteins wird in Carat (ct) gemessen. Karat kommt vom griechischen Wort ‚keration’ und bezeichnet sowohl das Gewicht von Edelsteinen, als auch von Edelmetallen. ‚Keration’ bedeutet Johannisbrot. In der Antike wurden die getrockneten Samen des Johannesbrotes als Gewichtseinheit für Edelsteine verwendet. Wegen des einheitlichen Gewichtes (0,2 g) und Größe dieser Samen wurden sie schon von Griechen, Phöniziern und Römern als Gewichtsmaß benutzt. Heute benutzt man dazu spezielle Karatwaagen.

Ein Karat entspricht zweihundert Milligramm bzw. 0,2 Gramm. Ist das Gewicht der Edelsteine kleiner als ein Karat wird es in points angegeben. Ein Point entspricht dabei 0,1 Karat.

 

Hart wie ein Diamant – die Beschaffenheit der Edelsteine

 

Die Härte der Steine

Harte Stoffe ritzen weichere Stoffe. Unter Härte eines Minerals/Edelsteins versteht man die Ritzhärte, d.h. den Widerstand, den ein Mineral beim Ritzen mit einem scharfkantigen Material entgegenbringt. Diese Methode wurde von einem deutsch-österreichischen Wissenschaftler – dem Mineralogen Friedrich Mohs entwickelt und in eine Härte-Tabelle übertragen, die noch heute gültig ist. Dabei sind die Mineralien auf der Skala so geordnet, das jedes Mineral das Mineral mit geringerer Härte ritzt und dieses wiederum vom nachfolgenden noch härterem Mineral geritzt werden kann. Besonders weiche Mineralien, wie z.B. der Kieselmalachit, werden auf dieser Skala mit einer Mohshärte von 1-2 klassifiziert, im Mittelfeld liegt der Türkis mit einer Moshärte 5, und der Diamant, mit einer Mohshärte 10 ist das härteste Mineral.

Ein Diamant besteht aus reinem kristallisiertem Kohlenstoff und ist das härteste bekannte Mineral. Diamanten können bis zu 3 Milliarden Jahre alt sein – das Alter eines Diamanten kann aufgrund der Einschlüsse die ein Diamant umschliesst ziemlich exakt bestimmt werden. Diamanten bilden sich im Erdmantel unter hohem Druck in einer Erdtiefe von etwa 150 Kilometern und Temperaturen von 1200 bis 1400 °C. Weitere bekannte Edelsteinarten sind neben dem Diamanten: Rubin, Saphir, Topas und Smaragd.

Um die Steine in Schmuck zu verwandeln, werden sie geschliffen und poliert. Es gibt unterschiedliche Schliffe, die je nach Größe, Härte und Transparenz des Edelsteines.


Welcher Stein passt zu mir? Ein bisschen Esoterik...

 

Geburtssteine, Monatssteine und Tierkreiszeichen- Steine

Schon in der Antike wurden einzelnen Edelsteinen besondere positive Eigenschaften nachgesagt. Edelsteine wurden nicht nur als Schmuckstücke, sondern auch als Amulette und Talismane verwendet. Einigen Edelsteinen wurden sogar heilende Eigenschaften zugeschrieben.

Mit Einführung der 12 Monate des gregorianischen Kalenders begann die Zuordnung einzelner Steine zu bestimmten Monaten. Die Zuordnung geschah anhand von Farben. Rot galt z.B. als die Farbe für den Monat Januar. Wohlhabende Europäer trugen ab dem 18. Jahrundert jeden Monat den zugehörigen Edelstein. Das hieß, jeder mußte zwölf Edelsteine besitzen. Später dann trugen sie nur noch den Stein, der ihren Geburtsmonat repräsentierte. Die Steine wurden aufgrund ihrer Farbe den einzelnen Monaten zugeordnet.

 

 

Übersicht Monatssteine

 

 

Erst später wurden auch den Tierkreiszeichen bestimmte Steine zugeordnet. Dabei sind jedem Sternzeichen zum Teil auch mehrere Glückssteine zugeordnet. Die Monatssteine sind nicht identisch mit den Tierkreissteinen und können ebenso durch verschiedene Steine repräsentiert sein. Hier nun eine Auswahl der gängigen Mitteleuropäischen Tierkreissteine – sie ist nicht allgemein gültig sondern abhängig von Land, Kontinent, Kultur oder auch Religion. Jedem Tierkreis werden Haupt- und Nebensteine zugeordnet. Wir begrenzen uns hier auf  die sogenannten 'Hauptsteine'.

 

Übersicht Tierkreissteine:
 


 


 



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